Immer mehr Rentner in Deutschland sehen sich mit der Realität konfrontiert, dass ihre Rente kaum ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Die Geschichten älterer Menschen, die nach einem langen Arbeitsleben feststellen müssen, dass sie in finanzieller Not stecken, häufen sich. Ein Beispiel dafür ist der Rentner Rainer Schmidt, der trotz jahrzehntelanger Arbeit kaum über die Runden kommt und das Gefühl von Altersarmut verspürt. Die Gründe sind vielfältig, darunter die Inflation und unsichere Rentenverhältnisse.
In Deutschland gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Aktuelle Zahlen zeigen, dass im Jahr 2025 das durchschnittliche Bruttoeinkommen bei etwa 4.207 Euro liegt. Nach Abzug von Steuern verbleiben rund 2.440 Euro netto. Davon entsprechen 60 Prozent etwa 1.464 Euro. Rentner, die unter dieser Grenze leben, haben kaum die Möglichkeit, sich die notwendigen Ausgaben für ihren Lebensunterhalt zu leisten.
Warum reicht die gesetzliche Rente nicht aus?
Die gesetzliche Rente sorgt nicht für ein Leben ohne Sorgen, und viele Rentner fragen sich: „Wie viel Rente braucht man wirklich?“ Es wird empfohlen, mindestens 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung zu haben, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Doch für viele, vor allem Frauen, die aus verschiedenen Gründen weniger ins Rentenversicherungssystem einbezahlen konnten, ist dies unrealistisch. Statistiken zeigen, dass 50 Prozent der Rentner weniger als 1.050 Euro brutto im Monat erhalten – eine prekäre Situation.
Einfluss von Gehalt und Arbeitsverhältnis
Die Realität ist, dass viele Rentner aufgrund niedrig bezahlter Jobs oder einer Teilzeitarbeit schlichtweg zu wenig in die Altersvorsorge einzahlen konnten. Angesichts der demografischen Veränderungen wird die finanzielle Belastung auf das Rentensystem zunehmend größer. Vor dem Hintergrund der Rentenreform wird es immer wichtiger, eine private Altersvorsorge aufzubauen, um ein Mindestmaß an finanzieller Sicherheit zu gewährleisten.
Was tun, wenn die Rente nicht ausreicht?
Die Frage des finanziellen Überlebens im Alter stellt sich nicht nur für Rainer Schmidt. Hier sind einige Maßnahmen, die Rentner ergreifen können:
- Zusätzliche finanzielle Unterstützung: Sozialhilfe kann eine vorübergehende Lösung bieten, allerdings ist sie oft nicht genügend.
- Überprüfung der Rentenansprüche: Manchmal ist es möglich, rückwirkende Ansprüche anzumelden oder Förderungen zu erhalten.
- Zusätzliche Alterssicherung: Politische Maßnahmen werden diskutiert, um Renten an die Inflation anzupassen.
- Beratung in Anspruch nehmen: Fachstellen können wertvolle Informationen und Unterstützung bieten.
Die Entwicklung der Rentenpolitik steht unter Druck, um den sich verändernden wirtschaftlichen Bedingungen gerecht zu werden. Immer mehr Rentner werden auf alternative Vorsorgemöglichkeiten angewiesen sein, um die Risiken der Altersarmut zu mindern und ein würdevolles Leben zu führen. Für viele steht schon jetzt fest: Die Zeit drängt und Lösungen müssen gefunden werden.



