In einer Welt, in der immer mehr Menschen mit Stress und Überforderung kämpfen, gewinnt die Frage nach der Ordnung im eigenen Leben zunehmend an Bedeutung. Ein aufgeräumtes Zuhause ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Mentalität. Psychologen betonen, dass die mentale Klarheit erheblich von der physischen Umgebung abhängt. Tatsächlich kann Unordnung den Stresspegel erhöhen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Das Aufräumen bietet somit nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere Erneuerung.
Die Verbindung zwischen Ordnung und psychischer Gesundheit
Studien zeigen, dass eine chaotische Umgebung das Gehirn überflutet und eine Vielzahl von Stimuli hervorruft, die es schwierig machen, sich zu konzentrieren. Psychologen wie Amir Moye weisen auf die positiven Effekte hin, die sich durch das Ordnung schaffen einstellen. „Ein klarer Raum reduziert die kognitiven Belastungen und fördert die mentale Klarheit“, erklärt er. Ordnung im Kopf wird oft durch einen aufgeräumten Haushalt gefördert, und umgekehrt.
Praktische Schritte zum Aufräumen
Es kann herausfordernd sein, mit dem Aufräumen zu beginnen, insbesondere wenn die Unordnung überwältigend erscheint. Hier sind einige Schritte, die helfen, Ordnung zu schaffen und dabei auch den Kopf zu entlasten:
- Kategorisieren: Beginnen Sie mit dem Sortieren Ihrer Gegenstände in klare Kategorien – was bleibt, was geht, was vielleicht bleibt.
- Emotionale Loslösung: Machen Sie Fotos von Gegenständen, die Erinnerungen wecken, aber keinen praktischen Nutzen mehr haben. So reduzieren Sie emotionalen Ballast.
- Regelmäßige Routinen: Integrieren Sie tägliche Aufräumzeiten in Ihren Alltag. Schon 15 Minuten täglich können einen Unterschied machen.
Der Einfluss von Marie Kondo
Die japanische Ordnungsexpertin Marie Kondo hat mit ihrer Methode, nur Dinge zu behalten, die Freude bereiten, eine weltweite Bewegung ausgelöst. Ihre Philosophie drastisch auszumisten, fördert nicht nur ein aufgeräumtes Zuhause, sondern kann auch zu mehr Klarheit im Kopf führen. Psychologe Amir Moye betont, „dass wir durch bewusste Entbehrung eine tiefere Wertschätzung für das haben, was wir besitzen, entwickeln“.
Die Balance zwischen Ordnung und Chaos
Es ist wichtig zu erkennen, dass nicht jeder Bereich des Lebens immer ordentlich sein muss. Der Psychotherapeut Ben Naoua hebt hervor, dass eine gewisse Unordnung im Leben akzeptabel ist und sogar notwendig sein kann. „Ein gewisses Maß an Chaos bereichert unser Dasein“, erklärt er und erinnert daran, dass die innere Ordnung oft auch mit den unordentlichen Stellen in unserem Unterbewusstsein verbunden ist.
Konsumverhalten und dessen Auswirkungen
Ein oft übersehener Aspekt der Ordnung ist das Konsumverhalten. Psychologen raten dazu, bewusster mit Käufen umzugehen und schon beim Einkaufen zu überlegen, ob ein neues Teil wirklich notwendig ist. Eine “Capsule Wardrobe”, die mehrere miteinander kombinierbare Kleidungsstücke umfasst, kann dabei helfen, sowohl physischen als auch mentalen Platz zu schaffen.
- Minimalismus: Streben Sie nach weniger. Weniger Besitz bedeutet weniger Stress.
- Bewusstes Konsumieren: Stellen Sie sich vor jedem Kauf die Frage: „Bringt mir dieses Teil Freude?“
- Aufräumen als regelmäßigen Prozess verstehen: Ordnung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.
Ordnung im Kopf ist mehr als nur eine schöne Vorstellung. Sie ist ein wichtiges Element, das zu einem glücklicheren, gesünderen und produktiveren Leben führt. Wenn man die physische und mentale Ordnung gleichzeitig stärkt, kann man mit mehr Gelassenheit und Klarheit ins Leben gehen. Verinnerlichen Sie, dass jeder Schritt in Richtung Ordnung auch ein Schritt zu einem aufgeräumten Geist ist. Weitere Tipps zu Routinen, die die mentale Gesundheit fördern, finden Sie hier.



