In vielen deutschen Gärten gelten Mähroboter als die praktische Lösung für die mühsame Rasenpflege. Doch was für Gärtner eine Erleichterung darstellt, ist für die heimischen Wildtiere – insbesondere für den Igel – eine alarmierende Gefahr. Studien haben gezeigt, dass die automatisierten Geräte, wenn sie nachts ohne Aufsicht arbeiten, fatale Folgen für diese stacheligen Gartenbewohner haben können. Immer mehr Stimmen aus dem Naturschutz verlangen ein Umdenken und warnen vor den tödlichen Konsequenzen, die die Nutzung von Mährobotern für die Igelpopulation mit sich bringt. Ein Blick auf die kritische Situation und die verantwortungsvolle Gartenpflege zeigt, dass der Schutz der Wildtiere über dem Komfort stehen sollte.
Mähroboter und ihre Gefahren für den Igel
Mähroboter sind für viele Gartenliebhaber unverzichtbar geworden, da sie die Arbeit erleichtern. Doch ihre Verwendung birgt erhebliche Risiken für Igel, die sich bei Gefahr zusammenrollen, anstatt zu fliehen. In Tests wurde festgestellt, dass nur einer von 19 getesteten Mährobotern in der Lage war, große Igel zu erkennen und zu umfahren. Bei kleineren Tieren kam es hingegen häufig zu tödlichen Verletzungen, die von Schnittwunden bis hin zu Amputationen reichen. Schockierende 50% der dokumentierten Fälle von Igeln, die durch elektrische Gartenpflegegeräte verletzt wurden, überlebten nicht.
Ursachen des Igelrückgangs
Die Zahl der Igel in Deutschland ist besorgniserregend gesunken, und viele Faktoren tragen dazu bei. Der Verlust von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft und die Überhandnahme von versiegelten Flächen in Städten hat die Möglichkeiten zur Nahrungssuche und zum Lebensraum verringert. Experten warnen, dass, falls der Mensch seinen Einfluss nicht reduzierte, die Art bald als gefährdet eingestuft werden könnte. Ein aktueller Forschungbericht zeigt, dass die Kombination aus Habitatverlust und Gefahren durch moderne Gartenpflegegeräte eine katastrophale Wirkung auf die Igel hat.
Praktische Tipps zum Schutz von Igeln im Garten
Für Gärtner, die ihre Rasenpflege mit einem Gewissen verbinden möchten, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Igel in ihrem Garten zu schützen. Ein Umdenken ist gefragt, und jeder kann dazu beitragen, die Umgebung lebendig und sicher zu halten.
- Mähroboter tagsüber betreiben: Diese Geräte sollten nur zwischen zwei Stunden nach Sonnenaufgang und zwei Stunden vor Sonnenuntergang eingesetzt werden, um die Aktivität der Igel in der Nacht zu berücksichtigen.
- Naturnaher Garten: Die Verwendung einheimischer Pflanzen und das Vermeiden von Chemikalien schaffen ein sicheres Habitat für Igel und ihre Nahrung.
- Unterschlupfmöglichkeiten: Schaffen Sie Laubhaufen oder Holzstapel, um den Tieren Schutz und Nistplätze zu bieten.
- Durchlässige Zäune: Gartenzäune sollten so gestaltet sein, dass Igel sicheren Zugang zu verschiedenen Gärten haben.
- Vorsicht beim Kompostieren: Komposthaufen sollten vorsichtig bearbeitet werden, um Igel, die dort überwintern, nicht zu stören.
Das Bewusstsein schärfen
Zusätzlich zur direkten Pflege können Gärtner einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten, indem sie andere Gartenfreunde auf die Risiken aufmerksam machen. Bildung über die Gefahren von Mährobotern für Wildtiere sollte priorisiert werden, um das Bewusstsein zu schärfen und Handlungen zu fördern, die den Igelbestand schützen. Durch gemeinschaftliches Handeln und einfache Anpassungen im Garten kann jeder Einzelne einen Unterschied machen.



